"FAU KA" (richtig eigentlich: "VK") ist ein Wort, das an unserer Schule nicht mehr wegzudenken ist. Vorbereitungsklassen, Einrichtungen, die es in Bremerhaven seit 6 Jahren gibt, bilden an der Immanuel-Kant-Schule neben dem muttersprachlichen Unterricht im Fach Türkisch den Schwerpunkt unserer Ausländerförderung.

 

Wie der Name schon sagt, sind Vorbereitungsklassen nicht mit speziellen Fördermaßnahmen für ausländische Schüler (Förderunterricht) zu verwechseln. Es handelt sich dabei um
zwei nach Leistungsniveau unterschiedenen VKs, die auf den Besuch der Regelklassen vorbereiten sowie ein Alphabetisierungskurs.

Schüler/innen, die als Asylbewerber, Aussiedler oder einfach als Kind ausländischer Mitbürger, an unsere Schule kommen, haben mehr zu bewältigen als die deutsche Sprache: Aus ihren gewohnten Lebensverhältnissen entrissen (z. B. dem Landgut in Kasachstan, der Schafherde in Anatolien, der Kriegsfront in Sri Lanka), fern von allen Freunden und Verwandten, lernen die Schüler zu allererst wieder zu lachen. Nur in dieser Klassengemeinschaft ist es für sie möglich, ihre Betroffenheit mit anderen zu teilen und ihre Orientierungslosigkeit zu verlieren. Persönliche Bindungen zum Klassenlehrer und wenigen Fachlehrern sind deshalb sehr wichtig.

Von "Wie heißt du? Ich heiße .... " bis "ich wäre, du wärst" und "ich möchte meine Aufenthaltserlaubnis verlängern" erhalten die Schülerinnen und Schüler einen differenzierten Sprachunterricht von ausgebildeten Lehrkräften (zum Teil mit Doppelbesetzung).

Für Schüler,die in einem außerlateinischen Sprachraum aufgewachsen sind (z. B. arabisch, indisch, russisch) existiert ein Alphabetisierungskurs. Dreizehn Wochenstunden Deutsch-Unterricht sind jedoch nicht alles. Wir bieten ferner Unterricht in den Fächern Mathematik, Welt-Umwelt, Naturwissenschaften, Englisch, Sport, Technisches Werken und Kunst auf der Basis: Deutsch als Zweitsprache. Ein wichtiger Gesichtspunkt unseres didaktischen Konzepts ist die Erfahrungsorientierung und das Lernen vor Ort. Wir glauben, dass Integration nicht in Assimilation aufgehen kann und geben daher Orientierungshilfe auf der Grundlage vorhandener und neuer Erfahrungen unserer Schüler/innen.

Trotz der äußerst schwierigen Lernbedingungen in einer multikulturellen Lerngruppe mit bis zu 15 Schüler/innen der Altersstufe zehn bis sechzehn, die nicht nur angesichts ihrer sprachlichen Sozialisation, sondern auch der kulturellen ein Maximum an Heterogenität aufweist, ist es uns in der Regel gelungen, diese Schüler nach 1 bis 2 Jahren erfolgreich in Regelklassen zu integrieren. Dies erfolgt nach obligatorischen Probephasen auch im laufenden Schuljahr immer dann, wenn "die Zeit gekommen ist". Die Kooperation mit Kollegen/innen aus den Regelklassen, vor allem aus der Hauptschule, funktioniert hervorragend.

Fast alle VK-Schüler/innen haben bisher unsere Schule mit dem Hauptschulabschluss, bzw. mit dem erweiterten Hauptschulabschluss verlassen.

Dieser Erfolg wurde unterstützt durch die Möglichkeit, für Späteinsteiger eine Sprachfeststellungsprüfung in ihrer Muttersprache (Türkisch/Russisch) abzulegen, denn damit konnte die Zensur für das Fach Englisch ersetzt werden.

Dass sich Schüler/innen aus VK-Klassen in das allgemeine Schulleben tüchtig einmischen, wird an vielen Punkten deutlich. Seit Jahren arbeiten sie mit beim Pausendienst der Cafeteria, füllen regelmäßig die Schaufenster mit Arbeiten aus dem Kunst- und Werkunterricht, (Beispiel: Fotoprojekt: Was war neu in Deutschland? Selbstentwickelte Aufnahmen aus der "Neuen Welt" mit zweisprachigen Texten), engagieren sich bei internationalen Schulfesten (z. B. mit einem neugefassten Theaterstück von "Rotkäppchen" – übrigens bekannt in aller Welt), organisieren eigenständige Feste (z. B. internationales Weihnachtsfest mit einem 2-stündigen Programm) und kennen die Schulküche aus dem ff!

Last, but not least – die FAU KA ist eine bewährte Einrichtung an der Immanuel-Kant-Schule!