Hongkongs tolle Mitte
China ist mehr als Peking und Shanghai! Die ehemalige britische Kronkolonie holt gerade mächtig auf

von Patricia Engelhorn

Michelle Garnault war lange auf Shanghai fixiert. Die erfolgreiche Gastronomin hat dort mit ihrem Restaurant "M on the Bund" ein Startsignal für alle spätere Entwicklungen an der prachtvollen Uferpromenade gesetzt und Politiker, Prominente und trendorientierte Touristen mit mediterranen Köstlichkeiten und einem grandiosen Blick verwöhnt. Sie ist gerade in eine frisch renovierte Wohnung gezogen und nach wie vor auf den Partys der einheimischen Schickeria anzutreffen.

Neuerdings verbringt sie aber wieder mehr Zeit in ihrer Heimatstadt Hongkong, wo sie mit ihrem wunderschönen Lokal "M at The Finge" schon vor Jahren für Furore sorgte. "Hongkong ist viel zivilisierter als Shanghai", findet sie. Nicht nur das. Hongkong ist auch wieder erste Wahl, wenn es in China um Business, Shopping und Entertainment geht.

Hongkongs Immobilienmarkt sei derzeit heißer als jener in New York und London, meldete die "International Herald Tribune". Fast zwei Millionen US-Dollar kosten heute 100 Quadratmeter Wohnfläche auf dem Hausberg "The Peak", beinahe doppelt so viel wie noch vor zwei Jahren, und trotzdem gehen sie weg wie warme Semmeln. Unten am Hafen glitzert das neue "International Finance Centre" (IFC), mit 88 Stockwerken das höchste Geschäftshaus der Stadt, ein ultramoderner Mikrokosmos mit repräsentativen Büros, einer Armada exklusiver Geschäfte und dem jüngsten Luxushotel der Stadt, dem "Four Seasons Hotel Hongkong". Dessen gigantische, Marmor glänzende Lobby, die 399 großzügigen und exquisit möblierten Zimmer und Suiten, die Bar und das fantastische Spa befinden sich in einem eigenen Glasturm und bieten einzigartige Ausblicke auf Hafen, Stadt und Peak.

Weitere Höhepunkte: Im Dezember wurde der größte Louis-Vuitton-Flagshipstore Asiens eröffnet, der größte Armani-Laden ist bereits in Betrieb, ebenso der zweistöckige, neue Dior-Store. Jene von Gucci und Chanel sollen Anfang dieses Jahres fertig gestellt werden. All dies geschieht in Central, auf Hongkong Island, wo der neue Puls der Zeit am deutlichsten zu spüren ist. Epizentrum der "how to spend it"-Zone für Label-liebende Shopper sind vier untereinander verbundene Malls - The Landmark, Alexandra House, Prince's Building und Charter House -, in denen sich die kosmopolitische Hongkonger Schickeria zum Einkaufen, Essen und Kaffeetrinken trifft. Schon früh am Morgen stehen elegant gekleidete Menschen im Prince's Building vor dem Bar-Tresen von "Cova" und warten auf ihren Cappuccino - der Ableger des Mailänder Traditionscafés gilt zu jeder Tageszeit als bevorzugter Ort für ein schnelles Rendezvous. Abends wandert das gleiche Publikum ein paar Häuser weiter zu einer Vernissage in der angesehenen Galerie "Hanart" - Inhaber Chang Tsong-zung hat zu zeitgenössischer chinesischer Fotokunst, Wein und Häppchen geladen. Die Arbeiten der jungen Fotografin werden kurz bewundert, dann wenden sich die Gespräche wichtigeren Dingen zu: Im jüngst eröffneten "Harvey Nichols Department Store", der ersten Dependance außerhalb Großbritanniens, sind die neuen Prada-Taschen angekommen, und in der Lebensmittelabteilung gibt es die gleichen Champagner-Trüffel, Grapefruit-Marmeladen und Ingwer-Salatsaucen wie in "cool Britannia". Nur eine Tür weiter öffnete im August das zweite "Mandarin Oriental Hotel" der Stadt seine dunkel getönten Glaspforten. Das intime, dem Zeitgeist entsprechend gestylte und sehr elegante "The Landmark Mandarin Oriental" ist seitdem ein beliebtes und ergiebiges Small-Talk-Thema.

Für Asiaten sind die sündhaft teuren Textilien, die in den Boutiquen, nein, Verkaufstempeln der europäischen Modedesigner hängen, das oberste Objekt der Begierde, sie würden allein dafür nach Hongkong kommen. Europäer sind natürlich anders gestrickt und kaum darauf erpicht, ein paar Schuhe von Dolce & Gabbana wieder zurück in die Heimat zu schleppen. Sie leben ihre Shopping-Gelüste in den schmalen Straßen von SoHo und Noho (South of, bzw. North of Hollywood Road) aus, dort, wo hinter bröckelnden Fassaden neben einheimischen Krimskrams-Läden die Schuhschachtel großen Geschäfte einheimischer Designer zu finden sind. Zwischen den Gemüseständen und Fischhandlungen an der steilen Graham Street leuchtet die pinkfarbene Fassade des Blumenladens "Graham 32", in dem es neben Orchideen und Lotusblüten auch chinesisches Porzellan, filigrane Vasen, ausgesuchte Hausaccessoires und antike Mahjongg-Spiele gibt. In der Staunton Street sind die Läden der Hongkonger Modedesigner Ranee K und Henry Lau ("SPY") zu finden, während Barney Cheng, Hongkongs führender Couturier, seine Kreationen an der Wyndham Street verkauft. In dieser Gegend haben sich auch einige der besten Bars, Clubs und Restaurants der Stadt etabliert. Abenteuerlustige wagen sich in die 6. Etage von Hausnummer 37 an der Cochrane Street. Dort versteckt sich das "Yellow Door", eines der mehr als 200 "Privatrestaurants" Hongkongs, in dem - in Wohnzimmeratmosphäre und ohne offizielle Lizenz - für zwei Dutzend telefonisch angekündigter Gäste ein köstliches chinesisches Acht-Gänge-Menü gekocht wird. Ebenfalls chinesisch, allerdings ganz offiziell und in erlesenem Ambiente, wird im "Shui Hu Ju" in der Peel Street getafelt - zu den Bestsellern der Speisekarte zählen das knusprige Lamm "Peking-Stil", das gebratene Hühnchen mit Sichuan-Chili und die gerösteten Süßkartoffeln.

Nach dem Essen geht es in eine der vielen Bars der Gegend. Besonders angesagt sind das neue "Lux" an der lebhaften D'Aguilar Street in Lan Kwai Fong sowie das minimalistisch gestylte "Mizu" an der Hollywood Road. Wer in einer schwülen Hongkong-Nacht zwischen Models, Medienmenschen und Künstlern in der loungigen Bar "Feather Boa" an der Staunton Street gelandet ist und an einem frischen Mango-Daiquiri nippt, wird kaum auf die Idee kommen, daß es anderswo besser sein könnte. "This is cooler than Tokyo", sagt Mae, ein japanisches Model, das regelmäßig aus Berufs- und Privatgründen nach Hongkong jettet. Neben ihr sitzt ein junger Brite, der tagsüber Anzug trägt und im "private equity"-Bereich tätig ist. "This is cooler than London", sagt er und erzählt, daß er sich gerade eine Wohnung in Hongkong gemietet hat: "Fast so teuer wie zu Hause, aber nur halb so groß..."

Artikel erschienen am Sa, 7. Januar 2006 in DIE WELT


Jungheinrich: Neues Werk in China
Der Gabelstaplerhersteller Jungheinrich will in der Nähe von Shanghai ein neues Montagewerk einrichten. Der Betrieb in einem gemieteten Produktionsgebäude soll zunächst 50 Mitarbeiter beschäftigen, teilte die Jungheinrich AG gestern mit. Das Investitionsvolumen beträgt zwei Millionen Euro. Von Herbst 2006 an sollen in China drei verschiedene Typen von elektrobetriebenen Deichselhubwagen gefertigt werden. "Das ist das Einstiegsprodukt aus unserer Palette", sagte Unternehmenssprecher Markus Piazza dem Abendblatt.

Ein Großteil der Komponenten für die Hubwagen kommt aus Norderstedt. Das neue Montagewerk sichere so dem norddeutschen Jungheinrich-Werk zusätzliche Aufträge, sagte Piazza.

Mit dem Schritt nach China will der Konzern die Lieferzeiten für seine asiatischen Kunden verkürzen. Dazu kommt, daß künftig weniger Importzölle anfallen. Allein 2004 sei der Markt in Asien um 21 Prozent gewachsen. Jungheinrich hat seit 2000 eine Vertriebsfirma in Singapur und ist seit 2004 in Shanghai vertreten.

Ebenfalls gestern erhielt Jungheinrich von der Hamburger tts Global Logistics einen Rahmenauftrag für fünf Jahre. Er sieht die Bereitstellung und den Service für 550 Gabelstapler vor. Volumen: 12,5 Millionen Euro.

Hamburger Abendblatt
erschienen am 27. Oktober 2005

Paul Pairet kocht
Chinas größtes Luxushotel steht in Shanghai

Shanghai, Zentrum der wirtschaftlichen Blüte Chinas, besitzt jetzt auch das größte Luxushotel des Riesenreiches. Seit Ende September Tower 2 eröffnet wurde, ein spektakulärer 36stöckiger Glasturm der New Yorker Architekten Kohn Pedersen Fox, hat das Pudong Shangri-La Hotel Shanghai jetzt fast 1.000 Fünf-Sterne-Zimmer und -Suiten, 606 im 1998 eröffneten Haupthaus, 375 im neuen gläsernen Turm. Es ist jetzt auch das größte der 48 Häuser von Shangri-La, der führenden Luxus-Hotelgruppe im asiatisch-pazifischen Raum.

138 Millionen US-Dollar hat die Expansion gekostet. Gekrönt wird der Neubau von Restaurant und Bar "Jade" im 36. Stock, einem von acht zusätzlichen Restaurants, Bars und Lounges. Der Blick geht über Shanghai und den berühmten Bund, über die avantgardistische Küche herrscht Sternekoch Paul Pairet.

An die Spitze von Shanghais Hotellerie setzt sich das Pudong Shangri-La mit weiteren Rekorden: die Zimmer im Tower 2 sind mit mindestens 54 Quadratmetern die größten der Stadt; der zusätzliche Ballsaal, der China Ballroom für 1.700 Gäste, ist ebenfalls der größte. Gewaltig ist auch der Event-Bereich mit 6.500 Quadratmetern, indoor und outdoor.

Das CHI-Spa ist das erste in China, seine privaten "Spa in the Spa"-Suiten zählen zu den größten und luxuriösesten der Stadt. The Spa at Shangri-La bietet, wie alle Spas in den Shangri-La-Hotels, eine besondere Atmosphäre mit der eigenen Kombination aus asiatischen Wellness-Konzepten und individuellen Therapien, angelehnt an die Legende von "Shangri-La". Im Pudong gibt es dazu noch einen gläsernen Outdoor-Swimmingpool.

Bemerkenswert ist auch die Fahrzeug-Flotte, die zur Abrundung des neuen Servicestandards um zwei Mercedes-Stretch-Limousinen E350 und einen Rolls-Royce-Phantom ergänzt wurde.

05.10.2005 Goumet Report


Harburg Vorbild für Shanghai
Technologie: Die Europäische Solarbauausstellung in Heimfeld und Wilhelmsburg setzt Zeichen - weltweit. Jetzt interessiert sich Shanghai dafür.

Von Andreas Göhring

Harburg - Nach offizieller Statistik gibt es in der chinesischen 16-Millionen-Metropole Shanghai 186 Hochhäuser, die höher sind als 100 Meter. Da wirkt Harburg mit seinem 86 Meter (mit Antenne) hohen Channel Tower geradezu wie Provinz. Dennoch ist Magali Menant, Handelsattaché der Außenhandelskammer in Shanghai, nach Harburg gekommen, um zu lernen und um - wie sie sagt - "Netzwerke auszubauen". Im Herbst 2006 soll es in Shanghai eine ökologische Bauausstellung geben - nach dem Vorbild der Ausstellung in Heimfeld und Wilhelmsburg.

Den Anstoß hat ein Memorandum gegeben, das Bürgermeister Ole von Beust bei seiner China-Reise im Herbst 2004 gemeinsam mit Shanghais Bürgermeister Han Zheng unterzeichnet hat. Dabei wurde unter anderem das Pilotvorhaben für nachhaltigen Städtebau vereinbart. Das Ziel ist klar: Deutschen Unternehmen soll der chinesische Markt geöffnet werden, und ganz besonders angesprochen sind in diesem Fall Unternehmen, die fortschrittliche Umwelttechnologie anbieten. "Dabei gibt es durchaus Vorbehalte", sagt Magali Menant. Die deutschen Unternehmer hätten Angst um ihr Know-how, das wollten sie nicht so einfach preisgeben. Andererseits böten sich für deutsche Unternehmen ungeahnte Chancen. Seit etwa zehn Jahren sei es im ehemals kommunistischen China zum Beispiel erlaubt, Eigentumswohnungen zu kaufen. Außerdem sei Umwelttechnologie für die Asiaten weitgehend Neuland.

Gestern saß Magali Menant, die in Paris Wirtschaftswissenschaften studiert hat, im "momento di" am Veritaskai im Binnenhafen und sprach mit Senatsdirektor Willi Rickert, Leiter des Amts für Wohnen, Stadterneuerung und Umwelt, dem Harburger Bauunternehmer Günther Stein und Horst Erichsen vom Initiativkreis Bauen und Umwelt e.V. über die Ausstellung in Shanghai.

Erichsen ist Ausrichter der Ausstellung in Heimfeld und Wilhelmsburg, die noch bis zum 19. Juni geöffnet (werktags von 14 bis 20 Uhr und am Wochenende von 11 bis Uhr) ist. Auf dem Ausstellungsgelände sind neue innovative Wohnquartiere mit energieoptimierten Wohnhäusern entstanden, die weitgehend auf den Verbrauch fossiler Brennstoffe (Öl, Erdgas, Kohle) verzichten. Die Besucher erwarten über 20 Musterhäuser und ausführliche Informationen zum energieoptimierten Bauen. Die hier entstandenen Mehrfamilienhäuser und Eigenheime sind so gebaut, daß sie bis zu 80 Prozent weniger Energie für Heizung und Warmwasser benötigen als übliche Neubauten. Erichsen: "Die restliche Energie wird weitgehend aus erneuerbaren Energien erzeugt." Sämtliche Gebäude verbrauchen im Jahr und pro Quadratmeter maximal 40 Kilowattstunden. Das entspricht vier Liter Heizöl. Um nachzuweisen, daß solche fortschrittlichen Gebäude finanzierbar sind, dürfen die Baukosten 1250 Euro pro Quadratmeter nicht überschreiten. Weitere

Informationen im Internet unter www.solar-bauausstellung.de

Im Herbst 2006 soll es in Shanghai eine ökologische Bauausstellung geben.

erschienen am 8. Juni 2005 im Hamburger Abendblatt



12.05.2005 - (idw) Medizinische Hochschule Hannover

Hochschule unterzeichnet Kooperationsvertrag mit Tongji-Universität Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) bildet gemeinsam mit der Tongji-Universität, Shanghai, China, Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte für das geplante Chinesisch-Deutsche-Freundschafts-Krankenhaus (CDFK) in Shanghai weiter. Dazu unterzeichneten Professor Dr. Axel Haverich, Direktor der MHH-Abteilung Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie, stellvertretend für das MHH-Präsidium, und Professor Dr. Chen Xialong, Vizepräsident der Tongji-Universität, am Montag, 9. Mai 2005, auf dem neuen Campus der Tongji-Universität in Shanghai eine entsprechende Kooperationsvereinbarung. Professor Haverich begleitete gemeinsam mit Iris Meyenburg-Altwarg, geschäftsführende Leitung der MHH-Krankenpflege, eine Delegation des niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff nach Shanghai. In dem Vertrag vereinbaren die beiden Hochschulen, im Rahmen eines Austauschprogrammes bis zur Eröffnung des Chinesisch-Deutschen Freundschafts-Krankenhauses in Shanghai 30 Ärztinnen und Ärzte sowie 60 Pflegekräfte an deutschen Universitäten, vornehmlich in Hannover, weiterzubilden.
"Das Besondere an diesem Kooperationsvertrag ist, dass auf internationalem Niveau gleichzeitig Ärzte und Pflegekräfte zwischen zwei Kliniken ausgetauscht werden. Für die MHH-Pflegekräfte ist es der bislang größte und wichtigste Austausch", sagt Iris Meyenburg-Altwarg. Starten soll das Programm mit einer ersten Gruppe bereits im Sommer 2005. Dabei sollen die Ärzte ein zweijähriges Curriculum durchlaufen, das fachspezifische Techniken, Behandlungsverfahren, ärztliches Verhalten und Organisationsformen vermittelt. Die Pflegekräfte erlernen innerhalb eines Jahres die zukunftsorientierten Strukturen und Aufgaben des Pflegedienstes und können sich mit der Organisationsform eines Groflklinikums wie der MHH vertraut machen. Besonderes Augenmerk soll dabei auf die neue Service- und Dienstleistungsqualität am Patienten gelegt werden. Die Auswahl der chinesischen Bewerberinnen und Bewerber treffen beide Einrichtungen gemeinsam. Langfristig geht es darum, den akademischen Austausch zu intensivieren und eine wissenschaftliche Partnerschaft auf dem Fachgebiet der Medizin aufzubauen.
Chinas 17-Millionen-Metropole will zur Eröffnung der Weltausstellung im Jahr 2010 in der Stadt ein modernes Freundschafts-Krankenhaus mit 500 Betten eröffnen. Bei den Planungen für das 200-Millionen-Euro-Projekt sollen MHH-Professoren sowie MHH-Pflegekräfte beratend zur Seite stehen. Die Tongji-Universität wurde 1907 als "Deutsche Medizin- und Ingenieurschule" gegründet.


Poplieder an Schulen in Shanghai erlaubt

Erstmals dürfen Mittelschüler in Shanghai im Musikunterricht Poplieder aus Hong Kong und Taiwan singen. Dafür entfallen patriotische Volkslieder, von denen viele bereits Jahrzehnte alt sind. Auf der neuen Liste der 100 an den Mittelschulen im Musikunterricht zugelassenen Lieder der Bildungskommission stehen jetzt unter anderem "Snail" vom taiwanesischen Sänger Jay Chou, "Hero" von Jonathan Lee aus Taiwan und "Chinese" vom Hong Konger Publikumsliebling Andy Lau.

"Die Lyrik der Lieder ist inspirierend und trifft den Musikgeschmack der jungen Leute," meint Wang Yueping vom Büro für akademische Kunstforschung. Die drei Lieder handeln von der Ausdauer in schwierigen Zeiten und loben den guten Charakter der Chinesen.
Anfang der 1990er Jahre verbaten einige lokale Schulen den Schülern das Hören von Popmusik auf dem Schulgelände mit der Begründung, dass viele bekannte Liebeslieder überflüssig seien und vom Wesentlichen ablenken würden.
Shanghaier Schüler nahmen die Nachricht positiv auf. "Früher mussten wir monotone Revolutionslieder singen," erzählt der Schüler Wang Wenjia. "Manche der alten Lieder hören sich heute sehr lustig an. Jetzt können wir unsere Musik singen." Bei der Mehrheit der für den Unterricht empfohlenen Lieder handelt es sich aber immer noch um traditionelle und patriotische chinesische Lieder, die bereits seit Generationen gesungen werden.
(China.org.cn, Shanghai Daily, 21. März 2005)


17.03.2005  (09:34) - Pressemitteilung BASF

BASF-PolyTHF-Anlage in Caojing (Shanghai) in Betrieb genommen

Nach weniger als zwei Jahren Bauzeit hat die BASF vor wenigen Tagen ihre neue Anlage zur Herstellung von Polytetrahydrofuran (PolyTHF®) am integrierten Produktionsstandort in Caojing/Shanghai, China, in Betrieb genommen. Mitte des Jahres wird auch die benachbarte, ebenfalls im Shanghai Chemical Industry Park (SCIP) gelegene BASF-Anlage zur Herstellung von Tetrahydrofuran (THF) stufenweise ihre Produktion aufnehmen. Mit Jahreskapazitäten von 60.000 Tonnen PolyTHF und 80.000 Tonnen THF verfügt das Unternehmen jetzt über den größten PolyTHF-Produktionskomplex weltweit. Darüber hinaus ist es das erste Projekt in China, das die BASF von Anfang an als Alleininvestition betreibt.
Der Ausbau in Caojing ist ein weiterer Schritt zu dem Ziel der BASF-Gruppe, bis 2010 20 Prozent von Umsatz und Gewinn bei den Chemieaktivitäten in der Region Asien-Pazifik zu erzielen und dabei den Anteil der lokalen Produktion auf 70 Prozent zu erhöhen.
Erstmals wird an diesem Standort die von der BASF neu entwickelte Technologie für die Produktion von THF eingesetzt. Dabei wird aus dem breit verfügbaren, aus Erdgas gewonnenen Rohstoff Butan zunächst THF und anschließend PolyTHF hergestellt. Das innovative Verfahren kommt ohne den bislang üblichen Zwischenschritt 1,4-Butandiol (BDO) aus. "Durch unsere innovative Produktionstechnologie reduzieren wir Komplexität und bauen damit unsere Wettbewerbsfähigkeit als einer der weltweit bedeutendsten Hersteller von THF und PolyTHF weiter aus", so Dr. Walter Gramlich, Leiter des Bereichs Zwischenprodukte der BASF.

Ziel: Führende Position bei Spandex-Rohstoffen in China
Mit den neuen Kapazitäten wird die BASF vor allem chinesische Hersteller von Textilfasern versorgen. PolyTHF ist ein wichtiger Bestandteil bei der Herstellung von elastischen Spandex-Fasern für den Textilbereich, zum Beispiel für Sportkleidung, Bademode, Unterwäsche und Oberbekleidung. In China wird PolyTHF unter dem Markennamen "Bao Li Fu" vermarktet, übersetzt etwa "Wertsteigerung für Ihre Gewebe". "Mit unserer modernen Produktionsanlage wollen wir der führende Lieferant von Spandex-Rohstoffen auf dem rasant wachsenden chinesischen Markt werden", so Gramlich, und weiter: "Unsere marktnah gelegene Präsenz sichert unseren Kunden Flexibilität, Tempo aber auch verbesserte Liefertreue in der Zusammenarbeit mit uns."
Neben dem Textilbereich dient PolyTHF als wichtiges Zwischenprodukt für thermoplastische Polyurethane (TPU), aus denen zum Beispiel hochabriebfeste und -flexible Schläuche, Folien und Kabelummantelungen hergestellt werden. Weitere Anwendungen sind thermoplastische Polyetherester und Polyetheramide beziehungsweise Gießelastomere, die für die Produktion von Rollen für Skateboards und Inlineskater benötigt werden. THF dient als Baustein für PolyTHF und kommt außerdem als Speziallösemittel zum Einsatz, zum Beispiel in der Produktion von Pharmazeutika.

Weltumspannendes kundennahes Produktionsnetz
Die neue Anlage ergänzt das weltumspannende Verbundnetz an kundennah gelegenen BASF-Produktionsstandorten für THF und PolyTHF. Dazu zählen in Asien die Standorte Yokkaichi, Japan, und Ulsan, Korea. Außerdem stellt die BASF die beiden Produkte in Ludwigshafen, Deutschland, und Geismar, Louisiana (USA),her. Insgesamt verfügt die BASF heute über eine Gesamtkapazität an THF und PolyTHF von 230.000 und 200.000 Jahrestonnen.
Der Unternehmensbereich Zwischenprodukte der BASF-Gruppe entwickelt, produziert und vermarktet das umfassendste Sortiment an Zwischenprodukten weltweit. Zu den bedeutendsten der mehr als 600 Produkte zählen Amine, Diole, Polyalkohole und Säuren. Zwischenprodukte dienen unter anderem als Ausgangsstoffe für Waschmittel, Kunststoffe, Textilfasern, Farben und Lacke, Medikamente und Pflanzenschutzmittel. Der Unternehmensbereich agiert aus 15 Produktionsstandorten in Europa, Asien, Nord- und Südamerika und erzielte im Jahr 2004 einen Umsatz von 2 Milliarden Euro. Weitere Informationen findet man unter www.basf.de/intermediates.
BASF ist das führende Chemie-Unternehmen der Welt: The Chemical Company. Ihr Portfolio umfasst Chemikalien, Kunststoffe, Veredlungsprodukte, Pflanzenschutzmittel und Feinchemikalien sowie Erdöl und Erdgas. Ihren Kunden aus nahezu allen Branchen hilft BASF als zuverlässiger Partner mit intelligenten Lösungen und hochwertigen Produkten erfolgreicher zu sein. BASF entwickelt neue Technologien und nutzt sie, um zusätzliche Marktchancen zu erschließen. Sie verbindet wirtschaftlichen Erfolg mit dem Schutz der Umwelt und gesellschaftlicher Verantwortung und leistet so einen Beitrag zu einer lebenswerten Zukunft. Im Jahr 2004 erzielte BASF mit ihren rund 82 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Umsatz von über 37 Milliarden Euro. BASF ist börsennotiert in Frankfurt (BAS), London (BFA), New York (BF), Paris (BA) und Zürich (AN). Weitere Informationen zur BASF im Internet unter www.basf..de.


19.03.2005 Deutsche Welle
Chinesen erobern europäischen Automarkt
 Konkurrenz für europäische Autos: der Jiangling Landwind aus China

Der chinesische Geländewagen "Jiangling Landwind“ soll den europäischen Automarkt aufmischen. Ironie des Schicksals, wenn europäischen Autoherstellern nun ihre Kooperation mit chinesischen Konzernen zum Verhängnis wird.
Der niederländische Autohändler Peter Bijvelds bringt das erste chinesische Auto auf den europäischen Markt. Der Geländewagen "Jiangling Landwind" ist ein leicht abgewandelter Opel Frontera. Er wird von der chinesischen Automobilfirma Jiangling Landwind Motors, einer Tochterfirma der Jiangling Motors Group mit Sitz in Nanchang, hergestellt.
"Wir haben einen Exklusiv-Vertrag für 27 europäische Länder abgeschlossen", sagte Bijvelds der Fachzeitschrift Automotive News Europe. Zunächst soll der Geländewagen in Belgien und den Niederlanden vertrieben werden. Bijvelds selbst verfügt zwar nicht über ein Händlernetzwerk, verhandelt aber mit drei großen niederländischen Handelsketten.

Überzeugender Preis
Der "Jiangling Landwind" besticht vor allem durch seinen Preis: In den Niederlanden wird er laut Angaben der Financial Times ab 17.000 Euro, in Deutschland wahrscheinlich bereits ab 14.000 Euro erhältlich sein. Dies ist wohl auch der Grund dafür, dass sich Bijvelds bereits jetzt über großes Interesse seitens der Händler und Kunden freuen kann.
Die Gründe für das niedrige Preisniveau der chinesischen Autos liegen in der perfektionierten Rohstoffherstellung, der Infrastruktur und den niedrigen Löhnen. In China sinkt die Nachfrage nach Pkw dennoch. "Die meisten chinesischen Familien können sich ein Auto gar nicht leisten", erklärt Wolfgang Meinig, Professor an der Forschungsstelle Automobilwirtschaft in Bamberg. "Die Wettbewerber haben überzogen, und die Abkühlungsphase in der Nachfrage ist ein logische Konsequenz."

Konkurrenzfähige Qualität
Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Automobilwirtschaft an der Fachhochschule Gelsenkirchen, hält die Fabrikate aus Asien für konkurrenzfähig. "Sie werden in spätestens drei bis vier Jahren den europäischen Markt aufmischen und früher oder später die Rolle einnehmen, die heute koreanische Autos spielen."
Auch Meinig zweifelt die Kokurrenzfähigkeit der chinesischen Autos nicht an. "Die Chinesen sind außerordentlich lernfähig und lernwillig", erklärt er. "Sie erfüllen bei der Herstellung von Kraftfahrzeugen mittlerweile alle erforderlichen Qualitätsstandards und verfügen über Prozesssicherheit."
Meinig macht aber deutlich, dass unansprechende Designs oder Fehleinschätzungen die chinesischen Autohersteller zurückwerfen könnten. Von solchen möglichen Fehlern hänge es ab, ob die Konzerne ihre Autos erfolgreich auf dem europäischen Markt verkaufen können.

Europäische Konzerne besorgt
Die europäischen Autohersteller sind angesichts der ohnehin schlechten Konjunkturlage alles andere als erfreut über die drohende Konkurrenz. Sie fürchten eine neue Importwelle aus Asien. Doch sie scheinen selber verantwortlich dafür zu sein, dass die chinesischen Automobilhersteller jetzt auf dem Vormarsch sind. "Die europäischen Konzerne werden mit ihren eigenen Waffen geschlagen", sagt Dudenhöffer.
Schließlich haben sie in den vergangenen Jahren in Gemeinschaftsunternehmen verstärkt mit chinesischen Automobilfirmen zusammengearbeitet. Ford, Volkswagen, General Motors und andere westliche Hersteller haben den Chinesen beigebracht, wie man moderne Kraftfahrzeuge baut.
"Wer ehrlich ist, muss allerdings zugeben, dass diese Entwicklung vorhersehbar war", sagt Meinig. "Die jetzt erkennbare Eigendynamik ist keineswegs überraschend."

Neue Importwelle aus Asien?
Der Landwind wird nicht das einzige chinesische Auto bleiben, das auf den europäischen Markt drängt. Laut Dudenhöffer wird allen voran der große chinesische Autokonzern Shanghai Automotive (SAIC) den europäischen Automarkt erobern.
Die niederländische Händlergruppe Autobinck Holding verhandelt außerdem bereits mit dem chinesischen Automobilhersteller Chery. Geplant ist der Import verschiedener Modelle des chinesischen Herstellers. Weitere chinesische Firmen, die Autos für den Verkauf in Europa produzieren wollen, sind First Autoworks und Geely.

Kein Problem mit Europas Normen
Die chinesischen Firmen können ihre Fabrikate allerdings nur in Europa vertreiben, wenn die Autos allen dort geltenden Standards entsprechen. Darin sieht Dudenhöffer aber kein Problem. "Wenn die chinesischen Firmen Autos nach Europa exportieren, werden diese alle Normen erfüllen", ist er sich sicher. "Sie arbeiten mit europäischen Konzernen zusammen und verfügen über ein umfassendes Know-How."

Export auch in die USA
Chinesische Konzerne haben außerdem vor, angeschlagene westliche Firmen - wie zum Beispiel Fiat - zu übernehmen. Dies würde ihnen ermöglichen, ein dichtes Vertriebsnetz aufzubauen und somit ihre Marktanteile zu vergrößern. Aber auch die amerikanischen Automärkte sollen bald von den chinesischen Autos erobert werden. Vermutlich können die Amerikaner ab 2007 verschiedene Modelle chinesischer Kraftfahrzeughersteller erwerben.
Anika Busch