Die Lotuswurzel

Lotuswurzel, Indischer Lotus, (Nelumbo nucifera)
eng.: indian lotus root,
franz.: lotus sacré, lotier.
Die Lotuswurzel gehört zu der botanischen Familie der Seerosengewächse (Nymphaeaceae). Angebaut werden die Lotuspflanzen in überfluteten Feldern.

Die Wurzel bildet drei bis vier bis zu 30 cm lange und 10 cm dicke, zylindrisch geformte Zwischenknotenstücke. Sie sind mit Röhren durchzogen, die im Querschnitt kreisförmig angeordnet sind. Sie dienen der Pflanze zur besseren Sauerstoffversorgung.
Die Wurzeln werden in Scheiben geschnitten und in der Pfanne geschmort. Besonders zum Neujahrsfest werden diese Scheiben auch kandiert auf den Tisch gestellt.
Der Lotuspflanze wird hauptsächlich im asiatischen Raum große Bedeutung beigemessen. Sie erhielt vor allem im Hinduismus und im Buddhismus, sowie in den Kulturen Indiens, Ostasiens und auch Alt-Ägyptens einen hohen Symbolcharakter. Sie gilt hauptsächlich als Synonym für Reinheit und bekommt als Sinnbild für Regeneration bei Opfern und Bestattungen vor allem im Buddhismus rituelle Bedeutung. In jedem Buddhatempel ist eine Lotuspflanze zu finden, und die Chakren, die Bewusstseinsebenen des Menschen, werden in Form einer Lotusblume visualisiert. Dies lässt sich vor allem auf das Erscheinungsbild der Wasserpflanze zurückführen. Ihre großen schildförmigen Schwimmblätter, welche majestätisch von langstieligen 35 Zentimeter großen, rosa oder weißen, gefächerten Blütenblättern gekrönt werden, bleiben immer sauber.

Eine auf Unverschmutzbarkeit optimierte doppelt strukturierte biologische Oberfläche: Durch die Kombination von Mikro- (Zellen) und Nanostruktur (Wachskristalle) werden Kontaktflächen minimiert.

Quelle: Uni Bonn

Detail-Informationen

Erst vor wenigen Jahren wurde von Prof. Wilhelm Barthlott die verantwortliche Oberflächenstruktur entdeckt, was auch das außerordentlich effektive Abweisen von Schmutzpartikeln erklärt. Bei der Lotuspflanze hat die Natur einen effizienten Selbstreinigungseffekt hervorgebracht, welcher kaum zu überbieten ist: Ein Tropfen nimmt beim Abrollen die lose auf dem Blatt aufliegenden Schmutzpartikel auf und reinigt so die Oberfläche. Der Tropfen berührt aufgrund der besonderen Mikro- und Nanostruktur der Blattoberfläche dabei das Blatt nur an wenigen Punkten und zieht sich auf Grund der Oberflächenspannung zu einer Kugel zusammen. Bei geringsten Neigungswinkeln läuft er rückstandsfrei ab.
Durch die Übertragung diese Eigenschaft auf technische Oberflächen wie Lacke, Kunststoffe können fast alle im Freiland befindlichen Materialien durch Regen gereinigt werden.