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Romantische
Kulisse:
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Wie überall in der Welt ist auch in Shanghai die Hochzeit ein großes Familienereignis. Die Feier ist ein Konglomerat aus chinesischer und westlicher Tradition und wird zu 60% durch Hochzeits-Planer organisiert. Solche Firmen residieren in feinster Geschäftslage und sind hoch profitabel, schließlich finden in Shanghai ca. 100.000 Hochzeiten pro Jahr statt. Bei einer Zahl von 150 Gästen wird eine Summe von ca. 50.000-60.000 Yuan angesetzt, wobei noch oben keine Grenzen gesetzt sind. Wie sieht nun solch eine Hochzeit aus? Morgens muss der Bräutigam an die Tür seiner zukünftigen Frau - bereits
geschminkt und angekleidet - klopfen. Dort versuchen die Angehörigen
und Freunde der Braut mit allen findigen Tricks zu verhindern, dass
er seine Zukünftige findet. Manchmal muss er sich einem Quizz stellen
oder die Vergabe von hong
bao -
Geld in einem roten Umschlag - stimmt die Versammlung freundlich.
Kirchliche Hochzeiten sind in China der letzte Schrei Romantikboom
bei Trauungen füllt die Kassen privater Agenturen |
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Fototermin
im Park |
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| Wer
heute in China auf sich hält, bucht zur Hochzeit ein Bankett für
mindestens hundert Personen, einen Showmaster für die Jawort-Zeremonie
und eine Sektglas-Pyramide. Der letzte Schrei: Kirchen. Etwa drei Prozent
aller Paare wagen den Bund fürs Leben in der für sie fremdartigen
Umgebung, die Tendenz ist steigend. Auch Liu Ning, der als Berater bei der
Pekinger Agentur "Purpurrotes Haus" rund 25 Paare pro Woche vermählt,
wünscht sich für seine eigene Tochter eine Hochzeit vor dem Altar:
"Das hat so etwas Exotisches." Fast noch wichtiger als die Hochzeit selbst sind die zugehörigen Fotos. Die meisten Paare wollen das ganze Paket, inklusive Album, Wandbild und Schlüsselanhängern. Kostenpunkt: zwischen 1000 und 12 000 Yuan. Auf die stundenlangen Fotoaufnahmen haben sich Studios mit so poetischen Namen wie "Ba Li" (Paris) oder "Luowei" (Love) spezialisiert. Mit Schminke und in Fantasiekostümen werden die Liebenden in Szene gesetzt: sie ihn anhimmelnd, er sie beschützend. Der Pomp um die Hochzeit ist in China keine reine Modeerscheinung. Wenn heute Statussymbole immer wichtiger werden, dann auch deshalb, weil die meisten Eltern der heutigen Brautleute während der Kulturrevolution nur eine Steppdecke mit in die Ehe brachten. Das Hochzeitsfest beschränkte sich damals auf das Abstempeln der Papiere. Viele Rentner heiraten deshalb heute noch einmal. Rund 65 "Gedächtnis-Zeremonien" organisiert Veranstalter Liu Ning jedes Jahr. Andere Seniorkunden wollen nur ein Hochzeitsfoto. Per Weichzeichner werden die 60-Jährigen dazu auf jugendlich getrimmt. Inzwischen hat der Hochzeitstrend auch Pekings Amtsstuben erreicht. Gegen eine Extragebühr gibt es dort seit kurzem ganz amtlich kleine feierliche Zeremonien, bei denen die Liebenden zueinander "Shi" (Ja) sagen dürfen. Xu Meng und Liu Jianming aus Schanghai wollen den neuen Service bei ihrer Heirat im kommenden Jahr ausprobieren. "Das macht den Moment ein bisschen heilig, wie in den Filmen aus den USA", sagt die Braut. Text: Copyright © Frankfurter Rundschau 2002 Dokument erstellt am 04.04.2002 |
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Die Braut trägt während der Hochzeitsfeier mehrerer verschiedene Kleider, wobei das letzte Kleid rot ist, der Farbe des Glücks. Die Kleider sind oftmals ausgeliehen und gehen an den Verleih zurück. |
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