Geld in China

In China heißt die Landeswährung Renminbi (RMB). Gezählt wird in Yuan. Hier die 1 Yuan Münze (YI = eins). Hier mehr zu den Zahlen.
In der Umgangssprache sagt man zu Yuan auch Kuai.
Renmin bedeutet Volk. Renminbi ist also die Volkswährung.Sie wird RMB abgekürzt.

1 Yuan sind derzeit (Stand Dezember 2001) 0,26 DM oder 0,13 €

Die Volksrepublik China ist ein riesiges Land. Von Nord nach Süd erstreckt sich das Land über 4.200 km und von Osten nach Westen sogar über 4.500 km. Hier wohnen über 50 verschiedene Volksgruppen.

Zhongguo Renmin Yinhang ist die Chinesische Volksbank. Dieser Name ist in den verschiedenen Schriften der einzelnen Nationalitäten dargestellt.

Der 100-Yuan-Schein ist derzeit die größte Note.

Auf dem 5-Yuan- und dem 10-Yuan Schein sind daher verschiedene Nationalitäten in ihrer Landestracht dargestellt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neue Regulierungskommission übernimmt die Aufsicht über die Geldbranche - Peking treibt Bankenreform voran
Von Markus Gärtner, Handelsblatt


Chinas neue Führung macht die Banken zum Topthema ihrer Reformpolitik. Bis 2006 wird die Volksrepublik den Markt vollständig öffnen. Noch beherrschen die vier großen Staatsbanken drei Viertel des Kreditgeschäfts. Doch inländische Privatbanken und ausländische Institute werden verstärkt zugelassen. PEKING. Erst im März wählt der chinesische Volkskongress Wen Jiabao zumNachfolger von Premier Zhu Rongji. Doch schon jetzt bastelt Wen an einer der weitreichendsten Reformen der vergangenen 20 Jahre. Dabei soll vor allem die Bankenreform forciert werden. Wen will einige Ministerien zusammenlegen und neue Regulierungsbehörden schaffen. Dazu gehört die China Banking Regulatory Commission, die dem Staatsrat, Chinas Kabinett, direkt untersteht. Die neue Kommission soll die Aufsicht über die Geldbranche übernehmen, damit die Notenbank sich wie in den westlichen Ländern ganz auf das Zinsregime und die Geldversorgung konzentrieren können. Die absehbare, aber noch nicht bestätigte Wahl des auch im Westen bekannten Bank of China-Präsidenten Liu Mingkangan an die Spitze der neuen Behörde unterstreicht die Bedeutung, die Chinas Regierung dem Reformwerk beimisst.
Die Banken gelten mit Problemkrediten von bis zu 50 % des Portfolios als Achillesverse des Reformwerks. Die Notenbank war immer in einem Dilemma, das die Reformen bremste. Denn mahnt die staatlichen Geschäftsbanken zu vorsichtigeren Ausleihungen, um das System zu stabilisieren, bremst so aber die Kreditvergabe und das Wachstum, das China braucht, um soziale Unruhen zu vermeiden. Chinas Banken ächzen unter einem Berg fauler Kredite, den der Asien-Chef von Goldman Sachs in Peking, Fred Hu, auf 373 Mrd. Dollar – rund 30% des BIP – schätzt. Standard & Poor’s berechnet für die Aufräumarbeiten 20 Jahre, falls die Reformen im aktuellen Tempo weiter gehen. Doch so viel Zeit hat China nicht. Bis 2006 wird die Volksrepublik den WTO-Zusagen folgen und den Bankenmarkt vollständig öffnen. Trotz günstiger Bedingungen wie dem hohen BIP-Wachstum von derzeit 8% könne man nicht darauf hoffen, dass Chinas Banken aus ihrem Problem herauswachsen, meint Hu. Ma Guonan, Volkswirt bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Hongkong, stimmt zu: „Wenn nicht schnell etwas zur fundamentalen Gesundung des Finanzsektors unternommen wird, droht ein Desaster.“
An die Spitze der Notenbank rückt Zhou Xiaochuan auf, der bisherige Chef der Börsenaufsicht. Zhou gilt als einer der besten Finanzexperten Chinas und als aggressiver Reformer. Und die brauchen Chinas Banken, denen Regierung und Notenbank schon zwei Mal – 1998 und 1999 – mit insgesamt 200 Mrd. Dollar unter die Arme griffen. Zunächst mit einer Kapitalspritze, dann mit der Gründung von Vermögensverwaltungsfirmen, die aber deutlich weniger als 30 % der übernommenen Problemkredite wieder herein holen. „Es ist unvermeidbar“, sagt Chen Xingdong, Chefvolkswirt bei BNP Paribas für China, „dass ein zweites Mal Problemkredite ausgegliedert werden.“ Denn sonst könnten die Staatsbanken nicht mit den Reformen Schritt halten.
Chinas vier große Staatsbanken, die Bank of China (BOC), die Agricultural Bank of China (ABC), China Construction Bank (CCB) sowie Industrial and Commercial Bank (ICBC) beherrschen drei Viertel des Kreditgeschäftes im Land. Doch sie haben zu viele Niederlassungen und Beschäftigte, große Korruptionssorgen und wegen massiver politischer Einmischung auch zu wenig Erfahrung mit der Beurteilung von Risiken. Daher werden regionale Banken stärker gefördert und ausländische Banken vermehrt zugelassen. Die Citibank ist dabei, 5 % der Shanghai Pudong Development Bank zu erwerben. Die britische HSBC, die immer noch 40 % ihres Geschäftes in Hongkong macht und zu den aggressivsten Auslandsbanken in China gehört, erwarb in den vergangenen zwei Jahren 8 % an der Bank of Shanghai und 10 % am Versicherer Ping An.
Ende 2002 erhielt die Bausparkasse Schwäbisch Hall grünes Licht für das erste chinesisch-ausländische BankenJoint Venture in der Hafenstadt Tianjin. In Kürze sollen zehn Privatbanken in Guangdong, Jiangsu, Zhejiang und Liaoning zugelassen werden. China hat bereits fünf börsengehandelte Banken, darunter die recht erfolgreiche Minsheng Bank, deren Problemkredite unter 3% und damit acht Mal niedriger sein sollen als die der großen Staatsbanken. Die Minsheng Bank hat vier bis fünf Mal so große Gewinnspannen wie ihre staatliche Konkurrenz. Die 1996 gegründete Bank mit 4000 Beschäftigten und 126 Zweigstellen will in der ersten Hälfte 2004 Aktien in Hongkong und New York ausgeben. Für die ersten neun Monate 2002 wies sie einen Nettogewinn von 660 Mill. Yuan, etwa 83 Mill Euro, aus.
Während Chinas Staatsbanken erst jetzt modernes Kreditmanagement und interne Kontrollen organisieren und Kredite nicht mehr nur an Staatsfirmen, sondern auch an die boomende Privatindustrie vergeben, zeigen sich bereits erste Konflikte zwischen lokalen und ausländischen Banken. Sie lassen ahnen, was nach der Öffnung des Marktes 2006 droht. Das Kreditkartengeschäft, das erst 0,1 % zu den Erträgen beisteuert, beginnt zu explodieren. Auch die Online-Geschäfte boomen. Die ICBC meldet für 2002 einen Online-Umsatz von 602 Mrd. Dollar, ein Zuwachs von satten 780 %. Doch die 1,3 Mrd. Chinesen hatten 2002 erst 1,7 Mill. Online-Konten angemeldet. HANDELSBLATT, Freitag, 10. Januar 2003, 07:02 Uhr

Wirtschaftswoche v. 20.11.2002

Immobilienkrise droht Chinas Banken zu sprengen
Kaum dass die neue Führung der Kommunistischen Partei ernannt worden ist, rückt Chinas Regierung mit den schlechten Nachrichten heraus: Dem maroden Bankensystem drohen neue Belastungen in Milliardenhöhe. Peking muss erneut in die Staatskasse greifen, um einen Kollaps der tief in den roten Zahlen steckenden staatlichen Großbanken zu vermeiden.

PEKING. Mit einer Kapitalspritze von 33 Mrd. $ hatte die Regierung den vier Staatsbanken 1998 erstmals unter die Arme gegriffen. Zur Finanzierung von vier so genannten Asset Management Gesellschaften (AMC), die die faulen Kredite der Banken aufnehmen und am Markt platzieren sollten, wurden 1999 mit staatlicher Hilfe fast 170 Mrd. $ aus den Büchern der „vier Großen“ getilgt. Eine „letzte Unterstützung“, hieß es seinerzeit aus dem Pekinger Finanzministerium. Am Wochenende aber musste Finanzminister Xiang Huaicheng eingestehen, dass Peking wohl beträchtliche öffentliche Mittel nachschießen muss, um den angeschlagenen Sektor zu stabilisieren.
Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, BIZ, schätzt den Bestand der faulen Kredite auf 410 Mrd. $; Hongkonger Quellen zufolge betragen sie sogar bis zu 500 Mrd. $. Den AMC ist es bislang nicht gelungen, die faulen Kredite ausreichend am Markt unterzubringen. Die Staatsbanken dürften daher ihren Zeitplan für den Börsengang, der für 2005 geplant war, nicht mehr einhalten können, meint Joan Zheng von JP Morgan Chase. Die Bankenkrise könnte sich zu einem der ernstesten Probleme für die chinesische Wirtschaft entwickeln und das Reformtempo im Land gravierend beeinflussen. „Die Situation ist nicht mehr lange durchzuhalten, wenn die wahren Probleme nicht angepackt werden“, warnt Ma Guonan von der BIZ in Hongkong.
Die Probleme verschärfen sich sogar noch: 500 Staatsfirmen in der westlichen Provinz Qinghai haben sich nach einem Bericht der „China Business Post“ in die Insolvenz geflüchtet und können ihre Kredite bei den Staatsbanken nicht mehr bedienen. Eine Untersuchungskommission fand heraus, dass bis Ende 2001 von 906 Staatsfirmen, die bankrott angemeldet oder sich in Aktiengesellschaften umgewandelt hatten, 524 auf diese Weise Tilgung und Zinsen bei den Banken im Umgang von 5,16 Mrd. Rmb umgehen wollten. Das sind immerhin 54,5 % aller Bankschulden dieser Unternehmen. Und am gewaltigem Immobilienmarkt, der in vier Jahren aus dem Nichts zu einem der drei wichtigsten Treibriemen der boomenden Konjunktur aufstieg, droht eine noch gefährlichere Krise.
Die Investitionen des Immobiliensektors, den Peking mit dem Verkauf ehemals staatlicher Wohnungen 1998 aus dem Dornröschenschlaf weckte, nahmen von Januar bis September um 30 % zu. Die Preise in Ballungsgebieten wie Peking und Shanghai schossen um bis zu 100 % in die Höhe. Obwohl es seit Monaten deutliche Hinweise für eine Überhitzung gibt, hat offenbar niemand auf die Bremse gedrückt. Denn alle Beteiligten verdienen bestens an dem Goldrausch.
Schanghai hat den Immobiliensektor zu einer Schlüsselindustrie erkoren und nahm über 10 Mrd. $ aus dem Verkauf von Land-Nutzungsrechten ein. Chinas angeschlagene Banken haben darin ein lukratives neues Geschäftsfeld entdeckt. Hypothekenkredite an private Kunden sind seit Ende 1999 bei den führenden chinesischen Banken um 388 % in die Höhe geschossen. In den Augen der Zentralregierung liest der Boomsektor Zehntausende gestrandeter Arbeiter aus maroden Staatsfirmen auf und trägt 30 % zum BIP-Wachstum des Landes bei. Doch jetzt wird es selbst der Regierung mulmig. Ministerpräsident Zhu Rongji warnte, er sehe „Zeichen für ein Überangebot in einigen Städten“ und würde lieber nicht 8 % Wachstum in diesem Jahr erreichen, um die Immobilienblase zu entschärfen.
„Schnell steigende Preise und wachsende Leerstandsraten haben die Risiken in dem Sektor erhöht“, heißt es im geldpolitischen Bericht der Notenbank für das 3. Quartal. Die Leerstände sind nach offiziellen Zahlen auf über 14 %, in Peking sogar auf 26 % gestiegen, schreibt die lokale „China Business News“. „Die Regierungszahlen zeigen, dass es zu viele Investitionen und eine Überhitzung in dem Markt gibt“, sagt George Leung Siu-kay, Chefökonom der HSBC für Greater China.
Für die Banken besteht eine signifikante Gefahr, sagen Experten. „Das Engagement der Banken bei den Bauentwicklern ist ein beachtliches Risiko“, schrieb im August Morgan Stanley in Hongkong in einer Analyse mit dem Titel „Platzt die Immobilienblase ?“
Chinas Banken sehen die Entwicklung mit Sorge. Sie haben in den letzten Monaten – um Marktanteile zu gewinnen – oft die Vorgabe der Notenbank ignoriert, höchstens 80 % des Immobilienwertes zu beleihen. Doch eine Korrektur der Immobilienpreise um nur 25% , sagt der Volkswirt Yang Jianwen bei der Akademie der Sozialwissenschaften in Schanghai, würde die faulen Kredite der Banken um drei Prozentpunkte erhöhen. Das wäre ein Anstieg der offiziell eingestandenen faulen Kredite um 15 %. Kein Wunder, dass Morgan Stanley eindringlich warnt, „Chinas Banken müssen ihre Kredit-Konditionen so schnell wie möglich verschärfen.“
Von Markus Gärtner, Christoph Rabe
19.11.2002 08:12:03


manager-magazin vom 2.4.2002

Marode Geldhäuser

Von Wolfgang Hirn

Ausländische Kreditinstitute steigen nur zögernd ein. Die Chinesen sind sparsam. Ihre Sparquote beträgt rund 40 Prozent. Aber wo liegt das Geld? Meist unterm Kopfkissen. Sie trauen ihren Kreditinstituten nicht, denn das chinesische Bankensystem gilt als marode. Vier riesige Staatsbanken - Bank of China, China Construction Bank, Agricultural Bank of China sowie die Industrial and Commercial Bank of China - dominieren derzeit den Markt.

Die "großen Vier" (Marktanteil bei Krediten: rund 70 Prozent) belastet allerdings ein hoher Berg von faulen Krediten, die sie bis vor ein paar Jahren auf Befehl von Bürokraten und Politikern an Staatsunternehmen geben mussten. Außerdem sind sie völlig überbesetzt und ineffizient. Die Bank of China zum Beispiel beschäftigt rund 500.000 Angestellte in über 12.000 Filialen.
Gerät die Schwäche der chinesischen Institute zur Chance für ausländische Banken?
Zwei Jahre nach dem WTO-Beitritt dürfen ausländische Finanzdienstleister mit chinesischen Firmen Geschäfte in Landeswährung machen, fünf Jahre danach auch mit chinesischen Privatpersonen. Aber die ausländischen Wettbewerber wollen offenbar gar nicht. Die meisten chinesischen Unternehmen sind ihnen zu undurchsichtig, und an der Masse der Privatkundschaft haben sie kein strategisches Interesse.

Hans Schniewind, Leiter des Dresdner-Bank-Büros in Schanghai, sagt: "Das Retail-Business ist zurzeit keine Option für uns." Auch Dieter Hierner von der Deutschen Bank in Peking wiegelt ab: "Wir müssten ein riesiges Filialnetz aufbauen." Es gäbe 150 Städte mit mehr als einer Million Einwohnern. Hierner: "Da können wir doch nicht überall hin."

Schon eher können sich Beobachter der Bankenszene eine ausländische Beteiligung an einer chinesischen Bank vorstellen. "Diese strategische Option wird zunehmend interessanter", sagt Andreas Lauffs von der Kanzlei Baker & McKenzie in Hongkong.
Vor allem die Beteiligung an Banken unterhalb "der großen Vier" wäre reizvoll. Da gibt es einige gute, erst in den vergangenen Jahren entstandene Institute ohne Altlasten und mit tauglichem Management.
Die Bank of Communications zum Beispiel. Immer wieder tauchen Gerüchte über potenzielle Einstiegskandidaten auf, darunter auch die Deutsche Bank. Sie dementiert brav: "Was sollen wir mit einer Minderheitsbeteiligung?"

Ein anderes deutsches Institut ist aggressiver: die Bausparkasse Schwäbisch Hall, die seit vier Jahren versucht, auf den chinesischen Markt zu kommen. Der damalige Botschafter Konrad Seitz unterstützte die deutschen Manager und schrieb an Premier Zhu Rongji einen Brief, in dem er die in China unbekannte Bausparidee pries. Nach vielen Gesprächen kapierten die Genossen: Das Bausparen könnte dem Volk zu mehr Wohnungen verhelfen.
Im Frühjahr 2001 unterschrieb Schwäbisch Hall einen Joint-Venture-Vertrag mit der China Construction Bank. Die beiden Partner wollen in der Zehn-Millionen-Stadt Tianjin - zwei Autostunden östlich von Peking - Bausparpolicen verkaufen.
Jetzt fehlt "nur" noch die Genehmigung von der Zentralbank aus Peking. Die stille Hoffnung in Schwäbisch Hall: Das Okay der Aufsichtsbehörde könnte irgendwann tatsächlich kommen.


www.news.ch vom 1. April 2002 / 08:52:04

China nimmt Euro-Handel auf

Schanghai - China hat am Montag den Devisenhandel mit Euro aufgenommen. Nach Händlerangaben setzte der chinesische Yuan mit 7,2160 Yuan gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung ein.
Händler sagten, der Kurs orientiere sich am Euro/Dollar-Verhältnis. Der Dollar begann in Schanghai mit Kursen von 8,2773 Yuan. Nach dem Beitritt Chinas zur Welthandelsorganisation (WTO) rechnet dass Land mit einem erhöhten Warenaustausch mit der Europäischen Union.


Neue Zürcher Zeitung v. 12. März 2002

Rasche Ausweitung der Geldmenge in China
- Keine Pläne der Notenbank für den Yuan

China will nach Aussage des Chefs der Zentralbank, Dai Xianglong, auch in diesem Jahr die Geldmenge stark ausweiten und damit das rasche Wachstum der Wirtschaft sichern. Wie Dai am Montag an einer Pressekonferenz sagte, ist sowohl für M1 als auch für M2 ein Wachstum von 13% vorgesehen. Die zusätzlichen Mittel sollen zudem diverse Reformen erleichtern, so die weitere Liberalisierung der Zinspolitik, die Diversifikation des Eigentums an den Grossbanken sowie die Beendigung der Vergabe von «bad loans», faulen Krediten, an marode Staatsbetriebe. Keiner dieser Vorsätze ist neu; sie alle wurden in der Vergangenheit schon mehrfach angekündigt und dann - primär aus Angst vor den sozialen Konsequenzen der Reformen - doch nicht umgesetzt. Angst vor einer Inflation braucht China auch bei einer glühend heissen Notenpresse nicht zu haben: Noch kennt man in der gigantischen Staatsindustrie das Wort Wettbewerb kaum. Die Überproduktion ist allgegenwärtig und drückt, sehr zum Leidwesen der Regierung, auf Preise, Löhne und Investitionsbereitschaft.
Wachstumsoptimismus
Wie der Chef der Notenbank am Montag weiter sagte, ist die Regierung überzeugt, dass sich die Wachstumsprognose von 7% für das laufende Jahr durch eine stabile Geldpolitik und weitere Zinskürzungen bewahrheiten dürfte. Im vergangenen Jahr sind nach offiziellen Angaben 7,3% Wachstum erreicht worden; internationale Beobachter ziehen von diesem Wert in der Regel 1% bis 2% ab. Auch an der Politik der Defizit-Finanzierung will man festhalten. In den letzten fünf Jahren hat die Regierung jeweils spezielle Staatsanleihen in Höhe von rund 150 Mrd. Yuan (knapp 30 Mrd. Fr.) ausgegeben, um der schwächlichen Konjunktur Schwung zu geben. Der Wechselkurs der chinesischen Währung, des Yuan, soll laut Dai stabil bleiben; davon profitierten China und ganz Asien. Er sehe keine Abwertung am Horizont, sagte Dai, aber auch eine massive Aufwertung werde es nicht geben. Trotz seiner Stabilität sei der Yuan «noch nicht reif» für die volle Konvertibilität, ergänzte Dai. Wissenschafter hätten zwar in den letzten Wochen dazu geraten, diesen Prozess zu beschleunigen, doch China sei vorsichtig und wolle die schlechten Erfahrungen anderer Länder berücksichtigen. Derzeit ist der Yuan nur für operative Geschäfte konvertibel.
Geschäfte statt Politik?
Im Rahmen der schrittweisen Öffnung des Finanzsektors, zu der sich China beim Beitritt zur WTO verpflichtet hat, will Peking zwei taiwanischen Banken erlauben, Büros auf dem Festland zu eröffnen. Laut Dai darf die United World Chinese Commercial Bank ihre Vertreter nach Schanghai schicken; die Changhwa Bank darf sich im nahe gelegenen Kunshan niederlassen. Diese Ankündigung ist ein weiterer Hinweis darauf, dass Peking derzeit den ideologisch-politischen Streit mit Taipeh etwas in den Hintergrund drängen und das Feld ganz dem Geschäft überlassen will. Vor Jahresfrist hatte man Taiwan für den Fall, dass die Demokratische Partei die Wahlen gewinne, noch mit Krieg gedroht. Taiwans Wirtschaft hat seit Beginn der langsamen Annäherung in den späten achtziger Jahren mindestens 60 Mrd. $ (rund 100 Mrd. Fr.) in China investiert.