Fahrräder und Fahrradfahrer

 
     
In Shanghai ist das Fahrrad eines der wichtigen Verkehrsmittel. Zwar gibt es zunehmend mehr Autos, Lieferwagen, Lastwagen, Busse und die Metro wächst auch, doch hat das Fahrrad nach wie vor eine wichtige Aufgabe. Es ist vor allem ein preiswertes Verkehrsmittel für die breite Masse und keines der Verkehrsmittel erlaubt vergleichbar große Warenmengen zu transportieren.
Die Fahrt mit dem Stadtbus kostet ca. 2 Yuan, eine U-Bahn-Fahrt je nach Entfernung 2-4 Yuan. Für die vielen Menschen in Shanghai, die ca. 1.200 Yuan im Monat verdienen ist dies sehr viel Geld.

Hier ein paar Umfrageergebnisse der Stadtverwaltung:
Für 30% der Bevölkerung ist das Fahrrad Hauptverkehrsmittel.
60% der Menschen fahren mit dem Fahrrad zur Arbeit, weil es billig, schnell und nicht überfüllt ist. Hinzu kommt, dass man keinen Parkplatz braucht, der in Shanghai selten unter 10 Yuan kostet.

     

Laut Stadtverwaltung sind 9,43 Mio Fahrräder in Shanghai unterwegs. Alleine im Jahr 2003 kamen 1 Mio. neue Räder dazu.

Die Verwaltung macht die Radfahrer für die immer längeren Staus in der Stadt verantwortlich. Nicht die Autos, sondern die Radfahrer sollen ab Mai 2004 deutlich beschränkt werden. Sperrungen wichtiger Straßen und hohe Strafen bis 50 Yuan sollen die Radfahrer zu Gunsten der Aurtofahrer einschränken.

Das typische chinesische Rad mit der großen runden Klingel ist sehr stabil gebaut. Es ist dafür auch sehr schwer.

Es kostet ca. 380 Yuan.

An diesem Fahrrad sind am hinteren Gepäckträger Halterungen für große Körbe angebaut. Eine Lichtanlage ist chinesischen Radfahrern übrigens unbekannt - sie soll sogar verboten sein.

     

Zwar gibt es immer mehr kleine Lieferwagen, doch werden nach wie vor viele Güter auf dem Lastenrad transportiert: Baustahl, Beton, Getränke, lebende Hühner und Möbel sind nur einige der denkbaren Güter.

Dieses Modell ist zugegebenermaßen auch für chinesische Verhältnisse etwas einfach. Video

Rechts die Version "Müllwagen"

Diese beiden Lastenfahrer machen eine kurze Pause. Öfter sieht man übrigens Lastenräder, deren Fahrer durch Motorradfahrer unterstützt werden: sie fahren neben dem Lastenrad und schieben dieses mit ausgestrecktem Bein.
    Während der langen Fahrt durch die Stadt liest dieser Fahrer ein Buch. Er hat Altpapier aufgekauft und bringt es zum Sammelplatz eines Händlers.
     
  "Platten" oder "Rad ab" kein Problem, denn die Werkstatt ist nicht weit. Spätestens an der nächsten Straßenecke können Räder repariert oder ein Reifen geflickt werden. Sollte etwa der Rahmen brechen, hilft ein Schweißgerät, das mitten auf dem Gehweg eingesetzt wird.