2010: Expo in Shanghai

Dienstag, der 3. Dezember, war ein großer Tag für Shanghai. Die 17 Millionen-Metropole am Huangpu wurde als Ausrichter der Weltausstellung im Jahr 2010 ausgewählt.
1935 Belgium Brussels Peace through Competitions
1937 France Paris Arts and Technologies in Modern Society
1939 America San Francisco New World in Tomorrow
1958 Belgium Brussels Science, Civilization and Human Nature
1962 America Seattle Human Beings in Space Age
1964 America New York Peace through Understanding
1967 Canada Montreal The Human Being and the World
1968 America San Antonio Cultural Communications in Americas
1970 Japan Osaka Progress and Harmony of Human Beings
1974 America Spokane Advance of Pollution Free
1975 Japan Okinawa Sea Future Full of Hope
1982 America Knoxville Energy Drive of the World
1984 America New Orleans The World of Rivers -- Water as A Source of Life
1985 Japan Tsukuba Living and Environment Household Science and Technology for Human Beings
1986 Canada Vancouver Traffic and Transportation
1988 Australia Brisbane Relaxation Lifestyle in the Age of Technology
1990 Japan Osaka Human Beings and Nature
1992 Spain Seville Age of Discovery
1992 Italy Genoa Columbus - Ship and Sea
1993 South Korea Taejon A New Path Forward
1998 Portugal Lisboa Oceans - A Heritage for the Future
1999 China Yunnan Man and Nature - Marching into the 21st Century
2000 Germany Hannover Man, Nature, Technology and Development
2005 Japan Aiti Beyond Development: Rediscovery of Natures Wisdom

Auf beiden Seiten des Huangpu wird sich nach Willen der Planer das zukünftige Expogelände ausbreiten. Eine eigens geschaffene Brücke wird dann beide Ausstellungsseiten miteinander verbinden.

Der Entscheidung vorangegangen war eine große Werbekampangne. Überall in der Stadt waren große Plakate zu sehen.

Hier eine Brücke als Werbefläche

Die Weltausstellung steht unter dem Motto: "Better City - Better Life".

Mehr Informationen zur Expo2010 findet man im Internet. Auch gibt es Poster und Filme als download.

     

Stuttgarter Zeitung vom 4. Dezember 2002

Schanghai will die weltbeste Expo bieten

Zuschlag für 2010 an die chinesische Wirtschaftsmetropole - Vier Wettbewerber geschlagen

SCHANGHAI (dpa). Schanghai hat es geschafft. Die chinesische Metropole mit rund 24 Millionen Einwohnern darf die Expo 2010 ausrichten. In Monaco hat sie sich am Dienstag gegen vier Wettbewerber durchgesetzt. Und jetzt wird gefeiert.
Expo-Banner zieren die Straßen seit Wochen, Expo-Ballons riefen aus der Luft zum Endspurt auf, Expo-Partys sind in den namhaften Hotels seit Tagen anberaumt. Jetzt kann endlich gefeiert werden. Schanghai ist entschlossen, die größte, schönste und interessanteste Weltausstellung auf die Beine zu stellen.
Von Anfang an hatte Schanghai keine Zweifel an seiner Entschlossenheit gelassen, die Bewerbung für sich zu entscheiden. Als Erster der fünf Konkurrenten - neben Schanghai auch Moskau, Breslau, Yeosu in Südkorea und Querétaro in Mexiko - gab die Stadt am 2. Mai 2001 in Paris die formale Bewerbung ab. Mit dem Thema "Lebensqualität in der Stadt" habe man "ein exzellentes Motto" gewählt, meinte der chinesische Botschafter in Paris, Wu Jianmin, noch wenige Tage vor der Entscheidung des Internationalen Ausstellungsbüros. Glaubt man der Propaganda, die seit Monaten unablässig Zeitungen, Fernsehsendungen und Internetseiten füllte, ist die Expo zum Erfolg verdammt - um jeden Preis.
Allein in den Bau der 5,4 Quadratkilometer großen Ausstellungsfläche, errichtet aus einer Kombination von acht verschiedenen Entwürfen internationaler Architekten, sollen rund drei Milliarden US-Dollar fließen, das Fünf- bis Zehnfache in die weitere Modernisierung der Stadt. Das gesamte Verkehrs- und Transportsystem wird umgekrempelt, um Schanghais notorisch verstopfte Straßen zu entlasten. Die Stadt erwartet 2010 bis zu 150 Millionen Touristen, davon 70 Millionen Expo-Besucher - das wäre nach den 64 Millionen in Osaka 1970 Ausstellungsrekord.
Statt der derzeit drei U-Bahn-Strecken sollen bis zum Beginn der Expo 15 Linien die Stadt durchziehen, "statt nur 800.000 Pendlern können wir dann fünf Millionen Menschen täglich befördern", sagt Liu Guilin vom Verkehrsbüro in Schanghai. Ein weiterer Tunnel, der die beiden Ufer des Flusses Huangpu verbindet, ist fast fertig gestellt, eine weitere Brücke und ein Tiefwasserhafen geplant. Fünf Milliarden US-Dollar sind für den Ausbau von Schnellstraßen vorgesehen. Rund 200 Hotels sollen zu den bereits existierenden 300 hinzukommen, mindestens 35 neue Museen gebaut werden.
Der Rückendeckung der chinesischen Regierung in Peking kann sich die Stadt ebenfalls gewiss sein, hatten die zuständigen Politiker doch hundert Millionen US-Dollar versprochen, um anderen Entwicklungsländern die Teilnahme an der Expo zu ermöglichen. Von einer erfolgreichen Expo erwartet sich die Stadt neben dem internationalen Ansehen Einnahmen in Höhe von 109 Millionen US-Dollar.
Aber es gibt durchaus auch Schattenseiten. Für die Ausstellungsfläche entlang der beiden Flussufer müssen tausende Anwohner umgesiedelt werden, eines der letzten alten Stadtviertel muss weichen. "Bis zum Jahr 2010", so prophezeien Beobachter, "bleibt hier kein Stein auf dem anderen."